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Von Ksienzyk nach zinsik - eine Namensgeschichte


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www.zinsik.de
steht für den Familiennamen der Betreiber dieser Website.
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Zinsik ist wiederum ein klanglich nachempfundenes Derivat von Ksienzyk - dem Familiennamen
unserer oberschlesischen Vorfahren, der in Abwandlungen wie Ksiensik, Ksienrzyk oder Ksienczyk variierte und die Familiengeschichte bis heute beinflußt.
Die Ergebnisse unserer kleinen Ahnenforschung möchten wir hier veröffentlichen.

Oberschlesien
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Ksienzyk
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Der Name Ksienzyk (sprich Kschinzschik) ist wohl polnischer Herkunft und leitet sich sehr wahrscheinlich von ksiezyc ab, dem pol. Wort für "der Mond".
Er ist ein besonders im Südosten Polens (Schlesien) weit verbreiteter Familienname. In vielen Abwandlungen häuft er sich besonders in Schlesien mit seinen Teilen Nieder- und Oberschlesien sowie Oppeln, einem bis 1945 zweisprachigen Gebiet. Wegen der nachfolgenden Vertreibung der deutschen Bevölkerung finden sich diese Familiennamen heute auch über das gesamte Bundesgebiet verteilt wieder.
Die Spuren unserer Ahnen finden sich hauptsächlich im Kreis Kosel, Bezirk Oppeln nördlich der mährischen Grenze wieder.
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Jacob Ksienzyk (1811-1889) gilt als erster von uns nachweisbarer Namensträger, sozusagen unser Ur-Ur-Uropa. In Ostrosnitz (Kreis Oppeln) geboren, hatte er mit seiner Frau Marianna 4 Kinder (Marianna, Johanna, Pauline und Franz), von denen damals üblicherweise nur der Sohn den Namen weitergab. Aus der 1882 geschlossenen Ehe von Franz und Johanna erwuchs (für jene Verhältnisse ungewöhnlich) nur ein Kind: unsere Uroma Mathilde (1883 - ?). Bereits frühzeitig passierten scheinbar willkürliche Namensänderungen. So standen im Geburtsregister von Mathilde verschiedene Familiennamen: das Kind heißt darin Ksienzik und die Eltern Ksienzyk.
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Ur-Ur-Ur-.. Jacob KSIENZYK & Marianna geb. Koschella
Carl ZGRAJA & Josepha  geb. Jurczyk
Ur-Ur-.. Franz KSIENZYK & Johanna geb. Sgraja
Ur-.. Mathilde KSIENZYK
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Fahrrad
Unser Großvater Georg-Rudolf Ksienzyk wurde am 21.04.1903 im oberschlesischen Dorf Matzkirch (ab 1945 Maciowakrze); Kreis Oppeln geboren. Die katholische Taufe fand am 23.04.1903 durch Pfarrer Florian Hygin Kupka im Beisein der Mutter Mathilde Ksienzyk und der Patin Albina Zgraja statt. Laut Melderegister ist die Mutter ledig und lebt bei den Eltern Franz und Johanna Ksienzyk in Dobroslawitz (ca. 1,8 km entfernt). Sein Bruder Michael kommt 1905 ebenfalls unehelich zur Welt und stirbt im selben Jahr. Opa Georg wird als einziger den Namen Ksienzyk fortführen da die Mutter 1908 Franz Nahlik heiratet und dessen Namen annimmt.
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Die Umstände die zu 2 unehelichen Kindern führten und warum der Stiefvater kurz hintereinander 2 Ehen mit jeweils vielen Kindern einging werfen insbesondere vor dem katholischen Hintergrund viele Fragen auf. So wurde 1908 sowohl ein Kind in der 1. Ehe geboren als auch neu geheiratet. Für den denkbaren Fall, dass die erste Frau Franciska Maciejek im Kindbett starb und somit die 1894 geschlossene Ehe aufgelöst wurde, sind keine Nachweise auffindbar.
Ob Georg adoptiert wurde ist unklar; die neuen familiären Verhältnisse bescheren ihm aber eine große Zahl an Halb- und Stiefgeschwistern mit Namen NAHLIK:

Georg
Eltern + Kinder 1. Ehe
Mathilde KSIENZYK
Georg, Michael KSIENZYK
Franz NAHLIK & Franciska geb. Maciejek
Marie, Joseph, Anna, Paul, Franciska, Ottilia NAHLIK
Eltern + Kinder 2. Ehe Franz NAHLIK & Mathilde geb. Ksienzyk
Oswald, Heinrich, Konrad, Franz, August, Martha, Lieschen, Auguste NAHLIK

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fahrrad
Die Lebenswege der insgesamt 16 Kinder konnten bisher nur unvollständig nachvollzogen werden; mindestens 5 starben bereits als Kind und einer fiel im Krieg.

Akkordeon  August  Freunde    Schwestern B
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Motorrad
Baustelle Nach der Dorfschule ging Georg in die Schreinerlehre.
In den Dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts verliess er Schlesien und ging zunächst ins Ruhrgebiet und nach Düsseldorf, wo er auf verschiedenen Baustellen arbeitete [Foto]. Die Umstände die ihn später in die über 600km entfernte Aluminiumhütte Lautawerk bei Hoyerswerda führten sind unklar.
Dort wohnte er zunächst im 10 km entfernten Bernsdorf und traf die Frau seines Lebens ....
Bergmann
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Oma Anny Hildegard Anny Frenzel, geboren am 08.12.1917, wohnte in Trebus, Kreis Niesky (Oberlausitz) und hatte 1940 bereits einen 2 Jahre alten unehelichen Sohn mit Namen Dieter. Die Familie in der Übersicht: Schwestern ReinholdMartha
Großeltern
Gottlieb FRENZEL & Lotha geb. Michel
Henning Ernst PROSKE & Henrietta  geb. Proske (?)
Eltern Gottlieb Reinhold Frenzel
1887 - 1961
Martha Lina geb. Proske
1889 - 1949
oo 1909
Schwestern Liesbeth, Erna, Hildegard Anny,Wally
Schwestern Frenzel


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Ksienrzyk
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Hochzeit Am 27.01.1940 heirateten Georg - inzwischen 36 Jahre alt - und die 14 Jahre jüngere Anny Frenzel in ihrem Heimatort Trebus auf den gemeinsamen Familiennamen KSIENRZYK.
Wieder einmal ist das Zustandekommen der Namensänderung nicht nachzuvollziehen. Die Eheleute unterschrieben in der Heiratsurkunde
jedoch deutlich mit dem neuen Namen!
Unterschrift Heirat

hochzeit

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Ksiensik
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Haus 1940 bezogen Sie in Grünewald (damals Kr. Hoyerswerda) eine Doppelhaushälfte.
Erstmals erschien in den Unterlagen zum Grundstückskauf der Name
KSIENSIK. Vermutlich wurde nach Gehör geschrieben.


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Konfirmation
--> Kurioserweise wird dieser Name über die kommenden Jahre einflussreich; sowohl für die Großeltern als auch für uns! Nach unseren Erinnerungen stand er u.a. am Briefkasten, wurde als Adressname verwendet und stand letztendlich auch auf dem Grabstein (s.u.).
Später wird der Name KSIENSIK Pate stehen für ZINSIK, der vorerst letzten Namensänderung. 
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Ksienczyk
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Familie_1 In den folgenden Jahren werden 4 weitere Kinder zur Welt kommen.
Neben:
- Dieter (1938), geb. Frenzel
wuchs die Familie um:
- Anny Rosemarie (1940 - 2014)
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Ursula Renate (1942 - 2011)
- Lothar Georg (1944)
- (Waltraud) Monika (1953 - 2018)
Wiederum nicht nachvollziehbar ist die erneute amtliche  Namensänderung die diesmal nur die "neuen" Kinder betrifft. Diese heißen nunmehr KSIENCZYK. Die neue Verwirrungen hieß also: Die Kinder einer Familie hatten verschiedene amtliche Nachnamen!
familie_AFamilie


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Zusammenfassend ergeben unsere Ahnenbaum-Recherchen derzeit folgenden Stand:

Ahnenbaum

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Sanitäter
   DER KRIEG   
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Durch seine Arbeit in der VIAG-eigenen Aluminiumhütte Lauta-Werk, die als wichtiger Rüstungslieferant galt, wurde Opa Georg mehrfach vom Wehrdienst zurückgestellt.
Zum Ende des Krieges dennoch eingezogen, "kämpfte" er, mittlerweile 40-jährig als Sanitäter mit Rettungshund im eingekesselten Breslau (Wroclaw). Aufgrund einer Schussverletzung im Rücken wurde er evakuiert und landete im Lazarett Finsterwalde. Von einem Heimaturlaub meldete Georg sich nicht mehr zur Front zurück und blieb bei der Familie mit damals 4 Kindern bis zum Kriegsende.
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Lazarett
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    DIE NAMEN #1   
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Die Mischung der Bevölkerung Oberschlesiens aus Deutschen, Polen und Tschechen hatte immer schon konfliktpotential. Speziell vor und nach dem 2. Weltkrieg war sie stark der Wilkür der Machthaber ausgesetzt, die u.a. auch die Familiennamen traf.
Ab 1938 begann die Germanisierung slawisch-klingender Familiennamen. Eine direkte Veränderung in unserem Familienstamm konnte bisher nicht gefunden werden; eine Familie Ksienzyk aus Lenschütz beispielsweise mußte
durch "Ermächtigung des Regierungspräsidenten in Oppeln ..." den Namen LINKE annehmen. Die Änderungen fanden Eintrag in die Geburtsurkunden.
Nach Ende des 2.
Weltkriegs und dem Übergang Schlesiens zu Polen begann ab Ende der 40er Jahre die Polonisierung. Bei der Abschrift vieler Urkunden (Geburt, Heirat und Tod) wurden sowohl Vor- und Nachnamen verändert. Willkürlich wurde aus Ksinsik Ksiezyk (der Mond s.o.). Unsere Uroma Mathilde wurde zu Matylda und Opas Stiefvater Franz zu Franciszek (Nahlik als slawisch anmutender Name durfte bleiben).
Nachhaltigen Einfluß hatten diese Eingriffe auf unsere Namensgeschichte jedoch nicht.
regierungspräsident

franciszek_nahlik
franciszka_nahlik
matylda_nahlik

ksinsik-ksiézyk
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    DIE NAMEN #2  
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Unschwer verständlich ist, dass es wegen der (für Deutsche) komplizierten polnischen Wortstruktur und Aussprache über die Jahre zu diversen Veränderungen in der Schreibweise kam. Neben Ksienzyk existierten daher noch weitere Namen, für ein und dieselbe Familie. Verschärfend kam hinzu, dass Varianten wie Ksiensik, Ksienczyk und Ksienrzyk auch noch amtlich beglaubigt wurden.
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Mit der Gründung eigener Familien wurde die nachfolgende (männliche) Generation angehalten, den jeweils angewandten Namen auf dem Wege einer nunmehr offiziellen Namensänderung zurück zunehmen oder einen neuen zu wählen. Das hätte natürlich auch die Töchter betreffen müssen. Nach herkömmlicher Tradition übernahmen diese aber die Namen ihrer Männer.
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Ksienzyk
Ksiezyk
Ksiensik
ksienzik
Ksienrzyk
Ksinsik
Kszinzik
Ksiensik
Ksienczyk

80. Geburtstag

    DAS LEBENSENDE   
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Als Georg am 05.03.1985 starb erhielt der Grabstein die Beschriftung KSIENSIK.
Oma Anny starb am 19.12.1992. 
 
grab

1992 erschien die Todesanzeige von Oma Anny mit dem zwischenzeitlichen Heiratsnamen KSIENRZYK; der fertig gestellte Grabstein vereinte die Großeltern aber wieder unter gemeinsamem Namen. -->

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Grab 1
   DIE NAMEN #3   
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Der namentliche Ableger Ksienrzyk wurde durch den ältesten Sohn Dieter übernommen und ist mittlerweile in der 3. Generation in der Lausitz verbreitet.
Der jüngere Sohn Lothar (unser Vater) gründete 1965 eine Familie unter seinem Geburtsnamen KSIENCZYK
Um den Namen von nun an zu vereinheitlichen wurde von Seiten der Verwaltung unseren Eltern eine "Anpassung" nahe gelegt,
was im Übrigen keine seltene Angelegenheit war. Auch um künftige Schreibfehler zu vermeiden entstand ein neuer Familienname.
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Zinsik11
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Erstaunlicherweise stand für unseren neuen Namen ZINSIK der zwischenzeitliche offizielle Name KSIENSIK Pate. Die amtliche Überschreibung sah dann so aus: 

Namensänderung    Zinsik 1

{Aus Ksienczyk oder Ksienczik oder .... mach Zinsik}

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Brüder
Die Autoren von
www
im Jahr der Namensänderung.

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---> Fortsetzung folgt <---

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